Neulich

wurde ich Zeuge einer heftigen Prügelei in einem Café. Fünf Gläser und drei Tassen gingen zu Bruch, ein Tisch wurde zerstört und ein Stuhl unbrauchbar. Die beiden Männer schubsten sich, prügelten sich und rangen am Ende auf dem Boden – bis die Polizei kam.

Zwei Stunden vorher wurde ich beinahe von einer Vespa überfahren. Rücksichtslos donnerte sie mit Höchstgeschwindigkeit auf mich zu, so dass wir beide reflexartig einander auswichen. Der Fahrer hupte mich an, zeigte mir einen Vogel und raste weiter. Es handelte sich um einen Kurier. Ich war wütend.
Bei diesem Manöver verlor der Fahrer der Vespa sein Handy. Ich hob es auf, wie jemand, der einen 100 Euro Schein findet, schaute mich nach allen Richtungen um und verließ schnell diesen Ort.

Ich suchte mir ein Café. In der Tür wurde ich von einem Mann weggeschoben, der zudem noch meinen ausgesuchten Tisch besetzte. Er trug einen Anzug, ein hellblaues Hemd und eine rote Krawatte. Ich ging zu ihm und fragte, warum er sich mir gegenüber so rücksichtslos verhält und bekam die dazu passende Antwort: keine! Er telefonierte unentwegt mit seinem Handy, das genauso aussah, wie das des Mopedfahrers.

Frustriert setzte ich mich an einen anderen Tisch, nahm das fremde Handy und rief die zuletzt gewählte Nummer an, teilte einer fremden Person mit, dass ich das Handy gefunden habe und es gerne zurückgeben möchte. Wenig später klingelte dieses Handy. Der Vespafahrer war persönlich dran und brauchte dringend sein Handy zurück. Es gehöre der Firma und ohne könne er nicht arbeiten. Es sei kein Problem, erwiderte ich, ich sitze in einem Café und er könne es sich dort abholen kommen. Er fragte noch, woran er mich erkennt.

Und ich beschrieb mich: dunkler Anzug, hellblaues Hemd, rote Krawatte…

6 Reaktionen zu “Neulich”

  1. knäckeboot

    Neulich bin ich in meiner Funktion als Kurierbote beinahe mit einem Fußgänger zusammengestoßen. Ich bekam einen Schreck, wich gerade noch aus und wischte mir den Schweiß vom Visir.
    Am Ziel angekommen merkte ich, dass ich mein Handy verloren habe und rief sofort in der Zentrale an. Die wussten bereits davon und sagten, ich solle mein Handy anrufen. Das tat ich, wir vereinbarten einen Treffpunkt in einem Café, ich fuhr so schnell ich konnte dorthin, traute meinen Augen nicht, als ich den Finder, ein Mann in dunklem Anzug, mit hellblauen Hemd und roter Krawatte mit meinem Handy telefonieren sah. Ich tippte ihn an und bat ihn, das Gespräch zu beenden. Empört wandte er sich um und redete weiter. Ich sah förmlich meine Telefonrechnung, tippte ihn ein weiteres Mal an, woraufhin er sehr wütend seine Ruhe forderte. Auch ich wurde wütend und riss ihm mein Handy aus der Hand. Darauf versetzte er mir einen Schlag…

  2. knäckeboot

    Neulich musste ich zu einer wichtigen Präsentation. Ich zog meinen besten Anzug an, dazu ein hellblaues Hemd und wählte eine rote Krawatte. Auf dem Weg ereilten mich plötzlich heftigste Zahnschmerzen. Ich brauchte was zum spülen und begab mich ins nächste Café. In der Tür stand ein Mann, den ich versehentlich etwas unsanft berührt hatte. Ich stürzte zu einem Tisch und hielt mir die Backe. Dieser Mann von der Tür kam zu mir, fragte mich irgendetwas, was ich nicht verstand. mein Zahn schmerzte wie wild und ich war nur noch darauf fixiert. Ich nahm mein Handy und rief meinen Zahnarzt an. Und während wir miteinander sprachen stürzte ein weiterer Mann ins Café und bat mich, das Gespräch zu beenden. Ich begriff nicht warum und telefonierte weiter. Er ließ nicht locker und riss mir das Telefon aus der Hand. Ich wollte es zurückhaben, dabei kam es zu einem Gerangel.

  3. Sonntagsblogger

    Sehr schön, danke.
    Wobei ich nicht sicher bin, ob ich es nicht ohne die beiden Kommentare besser finde…

  4. knäckeboot

    danke, ich bin auch nicht sicher und habe sie aus diesem grund in die kommentare verpackt.

  5. Sonntagsblogger

    Ob das Knäckeboot soviel Unsicherheit verträgt?
    ;-)

  6. knäckeboot

    fraglich, denn es fängt bereits an zu schwimmen.

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